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Aloe Vera

Aloe Vera – Die Wüstenlilie als HeilmittelAloe Vera Blätter Queerschnitt

Die Aloe Vera (Echte Aloe) – auch als Wüstenlilie bekannt – gehört zur Gattung der Aloen und zur Familie der Affodillgewächse. Genutzt wird die Aloe Vera auf unterschiedlichste Weise, sowohl im pharmazeutischen als auch im kosmetischen Bereich. Die Bezeichnung „Aloe“ stammt aus dem Arabischen und heißt so viel wie „bitter“. Der Name kann dabei auf den herben Geschmack der Blätter zurückgeführt werden.

Die Form der Aloe Vera ist eher unscheinbar. Die Pflanze verfügt in der Regel nicht über einen Stamm, sie wächst direkt über dem Boden und bildet Sprossen sowie dichte Ausläufergruppen. Die Laubblätter sind lanzettlich-verjüngt und rosettenartig um den Stamm angeordnet. Sie weisen eine glatte Blattoberfläche auf, die Blattränder besitzen kleine hornige Stacheln in einem Abstand von zehn bis zwanzig Millimetern. Die Blätter selbst sind mit einer schützenden Wachsschicht überzogen und werden bis zu 50 Zentimeter lang.

Ursprünglich stammt die Aloe Vera aus Mexiko (Yucatan), Kuba, Brasilien, Afrika und von den Kanaren. Sie bevorzugt also Regionen, in denen trockene und heiße Sommermonate vorherrschen.

Aloe Vera – Königin der Heilpflanzen mit langer Geschichte

Die Aloe Vera hat unter den Heilpflanzen die Position der Königin inne. Seit vielen tausend Jahren wird diese Pflanze bei den unterschiedlichsten Beschwerden wie Haut- und Brandverletzungen, Gastritis, Pilzbefall oder auch eitrigen Geschwüren eingesetzt, um für Linderung zu sorgen. Kein Wunder also, dass sie nicht nur in den verschiedensten Ländern, sondern auch in sehr unterschiedlichen Zeitaltern sehr geschätzt wurde und nach wie vor auch wird.

Aloe-Gel und auch Aloe-Saft wurden im alten Ägypten für Schönheit und Gesundheit verwendet. Kleopatra kannte bereits die Kraft der Aloe Vera und die Priester der Pharaonen gaben der Aloe Vera sogar den Beinamen „Pflanze der Unsterblichkeit“. Am Fuß der Pyramiden wurden Aloe-Vera-Pflanzen angebaut und selbst die Straßen hin zum Tal der Könige waren von der Pflanze gesäumt. So sollte die Aloe Vera dazu beitragen, den Pharaonen als Medizin und Wegzehrung auf dem Weg ins Jenseits zu dienen.

Alexander der Große profitierte ebenfalls von den positiven Eigenschaften der Aloe Vera, als er einst eine entzündete Pfeilwunde mit Aloe-Vera-Öl behandeln ließ. Der Heilungsprozess soll Überlieferungen zufolgen schneller vorangegangen sein, weshalb im hellenistischen Zeitalter dann auch die Kriegsverletzungen der Soldaten mit Aloe Vera behandelt wurden.

Von den Erfahrungen der alten Ägypter und Griechen konnten auch die Römer profitieren. So lebte etwa um 50 n. Chr. unter Kaiser Nero der Arzt und Naturforscher Dioskurides, welcher den Orient bereiste und dadurch von der heilenden Wirkung der Aloe Vera erfuhr.

Auch Christoph Columbus hatte an Bord seiner Schiffe immer einige Aloe-Vera-Pflanzen dabei, um bei Verletzungen der Schiffsbesatzung das Gel der Heilpflanze zur Behandlung zu verwenden.

Im Ayurveda, der alttraditionellen indischen Heilkunst, gilt die Aloe Vera bis in die heutige Zeit als Mittel zur Verjüngung. Der Islam sieht die Heilpflanze sogar als Symbol für Glück.

Die Aloe Vera hielt in den 60ziger Jahren Einzug in der Kosmetikbranche. Zahlreiche Kosmetikprodukte wurden mit den schützenden und feuchtigkeitsspendenden Wirkstoffen versehen. Doch erst nach einer TV-Show von Jürgen Fliege gelang der Aloe Vera auch in Deutschland der große Durchbruch. Seither können immer mehr Produkte der Aloe Vera in Apotheken, Drogerien und Reformhäusern sowie im Internet erworben werden.

Die Inhaltsstoffe der Aloe Vera

Die Wissenschaft beschäftigt sich nun schon seit einiger Zeit mit den Inhaltsstoffen der Aloe Vera. Es wurde festgestellt, dass die Wirkstoffvielfalt der Aloe Vera sehr groß ist. Etwa 160 verschiedene Stoffe finden sich in dem Biogeflecht der Pflanze. Längst sind noch nicht alle entschlüsselt, die wichtigsten sind aber bekannt:

  • Acemannan
  • Vitamine und Mineralstoffe
  • Enzyme
  • Aminosäuren
  • Sekundäre Pflanzenstoffe

Acemannan

Bei Acemannan handelt es sich um ein Mucopolysaccharid, welches erstmals im Jahr 1980 im Rahmen einer Forschungsreihe charakterisiert wurde. Die langkettige Zuckerform weist laut eines Fachartikels des US-Amerikaners John C. Pittmann natürliche antivirale, antibakterielle und antimykotische Eigenschaften auf. Acemannan ist in den Blättern der Aloe Vera enthalten.

Neben diesem Kohlenhydrat finden sich in der Aloe Vera zudem Glukuron- und Galaktorunsäure, Zellulose oder auch Mannose, Xylose und Galaktose. Auch Glucosamin lässt sich in der Aloe Vera nachweisen.

Vitamine und Mineralstoffe

Für einen gesunden Stoffwechsel sind Vitamine und Mineralstoffe unerlässlich. Zu den in der Aloe Vera enthaltenen Vitaminen und Mineralstoffen gehören Vitamin A, die Vitamine des B-Komplexes B1, B2, B3, B6, B12 und Folsäure, Vitamin C, Vitamin E sowie Chrom, Eisen, Kalium, Kalzium, Kupfer, Magnesium, Mangan, Natrium und Zink.

Enzyme

Die als Biokatalysatoren wirkenden Enzyme sind an einer Vielzahl von Prozessen im menschlichen Organismus beteiligt, die in gesunden Zellen stattfinden. Zu den Enzymen, die in der Aloe Vera zu finden sind, gehören Amylasen, Katalasen, Oxidasen und Proteasen. Außerdem kann in der Aloe Vera auch das so genannte „Muskelenzym“ Kreatin-Phosphokinase nachgewiesen werden.

Aminosäuren

Aminosäuren gelten als Grundbausteine von Proteinen. Auf 22 verschiedenen Arten basiert der menschliche Eiweißstoffwechsel. In der Aloe Vera sind 20 Aminosäuren enthalten, von denen neun essentiell – also lebensnotwendig – sind.

Sekundäre Pflanzenstoffe

Die Anthrachinone sind die wohl bekanntesten Vertreter unter den sekundären Pflanzenstoffen in der Aloe Vera. Diesen werden außerdem auch Saponine, Liguine und ätherische Öle zugeordnet. Weitere sekundäre Pflanzenstoffe in der Aloe Vera sind Salicylsäure, Phytosterine (z. B. Campesterol, Beta-Sitosterol) und Triterpene (z. B. Lupeol).

Wirkung der Aloe Vera

Die Wirkung der Aloe Vera hängt vom verwendeten Pflanzenteil ab. Von der Pflanze können die bitter schmeckenden Extrakte aus den äußeren Blattschichten und auch die nicht bitter schmeckenden Gele und Säfte aus dem Blattinneren verwendet werden.

Wirkung des Aloe-Extrakts aus den äußeren Blattschichten

Extractum aloes – das ist die Bezeichnung für das arzneilich anerkannte Trockenextrakt, welches aus den äußeren Blattschichten der Aloe Vera gewonnen wird. Es enthält so genannte wirksamkeitsbestimmende Inhaltsstoffe wie die Anthranoide (z. B. Aloin). Das Trockenextrakt, das aus der Aloe Vera gewonnen wird, wird auch „Curaçao-Aloe“ genannt.

Die im Extrakt enthaltenen Anthranoide sollen auf die Muskelaktivität des Darms eine abführende und anregende Wirkung haben. Deshalb werden sie in pharmazeutischen Präparaten auch bei der Behandlung von Verstopfungen oder anderen Erkrankungen, bei denen einer leichter Stuhlgang von Nöten ist, verwendet (z. B. bei Hämorrhoiden, Analfissuren, nach operativen Eingriffen im Enddarmbereich).

Wirkung von Aloe-Gel und Aloe-Saft aus dem Inneren der Blätter

Das Gel sowie der traditionell verwendete Saft stammen aus dem schleimigen Gewebe des Blattinneren der Aloe Vera. Beides weist keinen bitteren Geschmack auf und wird auch als Nahrungsergänzungsmittel angeboten. Verwendet werden Saft und Geld der Aloe Vera auch von der Kosmetikindustrie in unterschiedlichsten Pflegeprodukten wie Cremes und Shampoos.

Die Wirksamkeit des Aloe-Gels ist zwar noch nicht ausreichend belegt, allerdings soll es bei entzündlichen Hauterkrankungen, Verbrennungen, Sonnenbrand, Insektenstichen, Akne sowie Erfrierungen lindernd wirken. Durch die enthaltenen Mehrfachzucker (Polysaccharide), Aminosäuren, Glykoproteine, Mineralstoffe und Salicylsäure wird die Wundheilung gefördert. Zur Bestätigung der Wirksamkeit der Aloe Vera bei derartigen Beschwerden sind jedoch noch weitere Studien notwendig.

Aloes-Saft zum Trinken wird vor allem als Nahrungsergänzungsmittel verkauft. Da er eine schwach abführende Wirkung hat, sollte er möglichst nicht über längere Zeit konsumiert werden.

 

Anwendung der Aloe Vera

Die Aloe Vera kann sowohl innerlich als auch äußerlich angewendet werden.

Innerliche Anwendung

Für die innerliche Anwendung werden in der Regel Aloe-Saft oder Aloe-Gel genutzt. Nachdem der gelbe Saft vollständig abgeflossen ist, kann das Gel aus den Blättern gelöst werden. Es kann pur oder auch in Joghurt, Müsli oder Obstsalat gemischt verzehrt werden. Um die Inhaltsstoffe zu erhalten, sollte Aloe-Gel jedoch nicht gekocht werden.

Dem Geld der Aloe Vera wird nachgesagt, dass es sich bei einer innerlichen Anwendung gegen Beschwerden wie Sodbrennen, Reizmagen und Reizdarm bewährt haben soll. Außerdem kann es bei einer regelmäßigen Einnahme zu einer Senkung des Blutzuckerspiegels, der Blutfettwerte und des Cholesterinspiegels beitragen.

Produkte mit Aloe-Gel zur innerlichen Anwendung sind recht mild und in der Regel gut verträglich.

Zur innerlichen Anwendung ist auch der gelbe Aloe-Saft geeignet. Dazu wird er in der Regel zu einem Harz eingedickt, bis ein gelbes Pulver entsteht. In diesem ist allerdings Aloin enthalten, ein Glykosid, welches von der Medizin bei der Behandlung von Verstopfung eingesetzt wird. Es sorgt für eine Verstärkung der Darmbewegungen, der Nahrungsbrei kann den Darm somit schneller passieren. Die Folge ist die Linderung einer Obstipation. Da allerdings vermutet wird, dass das Harz eine krebsfördernde Wirkung haben könnte, wird von einer Anwendung mittlerweile abgeraten.

Neben dem puren Gel kommen zur innerlichen Anwendung auch Präparate wie Pillen und Dragees zum Einsatz.

Äußerliche Anwendung

Aloe-Gel kann auch äußerlich angewendet werden. Es enthält Wirkstoffe, die feuchtigkeitsspendend, reizlindernd, entzündungshemmend und leicht antibakteriell sind. Das Gel kühlt, kann Juckreiz lindern und wirkt wundheilend.

Im Handel gibt es eine Vielzahl von Produkten, die Aloe Vera enthalten. Aufgrund einer teils hohen Menge in den Produkten können diese ähnlich wie das frische Gel angewendet werden.

In vielen kosmetischen Produkten ist die Aloe Vera beziehungsweise deren Geld oder Saft aber nur in geringen Mengen vorhanden. So finden sich in Tagescremes oder auch Shampoos nur so geringe Mengen, dass diese Produkte natürlich nicht für Heilanwendungen, sondern lediglich zur Haut- und Haarpflege geeignet sind.

Anwendungshinweise

Präparate mit Aloe Vera zur innerlichen Anwendung sollten nach Möglichkeit nicht länger als zwei Wochen verwendet werden, da es ansonsten zu einer Überreizung der Schleimhaut des Darms kommen kann. Die Folge ist ein erneutes und meist auch verstärktes Auftreten der Darmträgheit. Bei einer Langzeitanwendung kann es zudem zum Verlust von Elektrolyten kommen, wodurch Muskelschwäche und auch Störungen der Herzfunktion begünstigt werden können.

Sofern die Aloe Vera als Nahrungsmittel oder in kosmetischen Produkten verkauft wird, dürfen gemäß Lebensmittel- und Arzneimittelgesetz zudem keine krankheitsbezogenen Aussagen auf dem Etikett stehen.

Anwendungsbereich in der Naturheilkunde

In der Naturheilkunde gibt es sowohl innerlich als auch äußerlich sehr unterschiedliche Anwendungsbereiche für Aloe-Gel oder auch das Harz aus dem Aloe-Saft.

Die innerliche Anwendung des Gels erfolgt bei

  • Colitis ulcera (chronisch-entzündliche Erkrankung der Dickdarmschleimhaut)
  • Diabetes mellitus
  • Reizdarm, Reizmagen
  • Husten
  • Erhöhten Blutfettwerten, erhöhten Cholesterinwerten
  • Sodbrennen
  • Zur Stärkung des Immunsystems
  • Neurodermitis

In geringer Menge wird das aus dem Saft gewonnene Harz gegen Verstopfung angewendet. Da es leicht giftig ist, ist bei der Anwendung besondere Vorsicht geboten. Von einer Selbstmedikation sollte ebenfalls abgesehen werden.

Äußerlich wird das Gel bei folgenden Beschwerden angewendet:

  • unreine Haut, Akne
  • Ekzeme, Psoriasis (Schuppenflechte), Neurodermitis
  • Brandwunden, Sonnenbrand, Verbrennungen
  • Herpes
  • Juckreiz, Hautirritationen
  • Insektenstiche
  • Schürfwunden, Wundheilungsstörungen
  • Entzündungen des Zahnfleischs
  • Geschwüren

Qualität von Aloe-Produkten

Produkte mit Aloe Vera gelten dann als qualitativ hochwertig, wenn sie unerhitztes Aloe-Gel enthalten. Alle Inhaltsstoffe im Gel stehen in einem ausgewogenen Verhältnis zueinander und haben eine synergetische Wirkung.

Zur Gewinnung des Gels der Aloe Vera wird die grüne Blatthaut vorsichtig abgeschabt und so das Innere des Blattes freigelegt. Das natürlich getrübte Aloe-Gel wird danach behutsam ausgepresst. Innerhalb von sechs Stunden nach dem Schnitt muss das Gel weiterverarbeitet werden, da es ansonsten oxidiert. In diesem Fall würden die Polysaccharide ihre Wirkung verlieren.

Zur Gewährleistung der Qualität wird die Pflanze von der Aussaat bis zur Ernte regelmäßigen Reinheitskontrollen durch erfahrene Fachleute unterzogen. Nur das reine Aloe-Gel ist qualitativ hochwertig und kann seine positive Wirkungen auf den menschlichen Körper entfalten.

Aloe-Saft hingegen hat in der Regel eine minderwertige Qualität. Er wird meist durch ein Pürieren des gesamten Blattes einschließlich der Rinde gewonnen. Mit Hilfe von Kohle wird bei diesem Herstellungsprozess erst nachträglich das schädliche Aloin gefiltert – und mit ihm gehen außerdem die wertvollen Inhaltsstoffe der Aloe Vera verloren. Das Ergebnis: Ein glasklarer Aloe-Saft mit einer geringeren Wirkung. Auch bei einer Weiterverarbeitung von Gel zu Konzentrat oder Pulver gehen fast alle wertvollen Inhaltsstoffe verloren.

Zertifikate geben Aufschluss

Um die Qualität von Aloe-Vera-Produkten, die zur Medikation verwendet werden sollen, zu sichern, erfolgt eine Überprüfung von Herkunft und Herstellung. Hierfür werden entsprechende Zertifikate von unabhängigen Organisationen (z. B. IASC – International Aloe Science Council, Fresenius-Siegel) ausgestellt. Produkte mit einem Zertifikat weisen somit eine garantiert hochwertige Qualität auf.

Aloe Vera selbst anbauen

Auch wenn die Aloe Vera als Wüstenpflanze eher Regionen mit trockenen und heißen Sommermonaten bevorzugt, ist ein Anbau auch im Haus möglich.

Wichtig ist dabei ein gut entwässerter, sandiger Boden und ein Platz im Schatten. Bei Pflanzen, die älter als zwei Jahre sind, können große Blätter problemlos abgeschnitten werden. Für eine gute Weiterentwicklung der Aloe Vera sollten aber mindestens zwölf Blätter stehen gelassen werden. Bei guten Bedingungen kann eine Aloe Vera so bis zu zehn Jahre alt werden.

Wer die Aloe Vera selbst kultiviert, kann natürlich von ganz frischem Gel profitieren. Dazu schneidet man – sofern die Pflanze bereits über ausreichend viele Blätter verfügt – am besten eines der unteren Blätter ab und lässt zunächst den gelben Saft abfließen, welcher allerdings nicht verwendet werden sollte.

Je nach Verwendungszweck schneidet man dann ein entsprechend großes Stück ab und kann den Rest in einer Plastiktüte verpackt für ein paar Tage im Kühlschrank aufbewahren.

Für die äußerliche Anwendung ist es meist ausreichend, das Blattstück aufzuschneiden und auf die zu behandelnde Hautstelle zu legen.

Für die innerliche Anwendung wird das Gel vorsichtig mit einem Messer herausgelöst und kann dann pur oder unter Joghurt oder andere Speisen gerührt verzehrt werden.

Studien zur Aloe Vera

In den Medien wird die Aloe Vera schon sehr lange als wahres Wundermittel angepriesen. Doch die Wissenschaft nimmt die Aloe Vera sowie ihre Anwendungsgebiete und Wirkungen immer mehr unter die Lupe. Die Aloe Vera befindet sich auf dem Prüfstand.

Untersuchungen erfolgen bereits zur Wirkung der Aloe Vera bei Sonnenbrand, Brandwunden, bei der Wundheilung nach operativen Eingriffen, bei Hautreaktionen aufgrund von Bestrahlung sowie bei der Behandlung von Schuppenflechte.

Aloe Vera – Hilfreich bei Sonnenbrand

An der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg wurde eine Untersuchung über die antientzündliche Wirkung von Aloe Vera durchgeführt, die herausstellen sollte, inwiefern bei Sonnenbrand eine Linderung durch Aloe-Gel möglich ist. Es nahmen 40 Probanden an der Studie teil, deren Rücken zunächst mit Testfeldern bestrahlt und anschließend mit einer handeslüblichen Hydrokortison-Creme oder mit Aloe-Gel behandelt wurden.

Das Ergebnis der Untersuchung: Bereits nach zwei Tagen konnte aufgrund der Behandlung mit Aloe-Gel ein signifikanter Rückgang der Hautrötung festgestellt werden. Das Gel der Aloe Vera wirkte dabei besser als die Hydrokortison-Creme, welche zudem mit Nebenwirkungen wie Hautreizungen, Juckreiz und Brennen behaftet ist. In der Studie konnte herausgestellt werden, dass Aloe-Gel eine gute Alternative zu einer Therapie mit kortisonhaltigen Präparaten ist.

Aloe Vera – Lindernd bei Brandwunden

Schwere Brandwunden äußern sich als sehr schmerzhaft und führen oft zu psychischem Leiden, Behinderungen oder schlimmstenfalls sogar zum Tod. Bislang erweist sich die Behandlung von Brandwunden als problematisch, doch mehrere Studien konnte die effektive Wirkung von Aloe-Gel bei Brandwunden bereits aufzeigen.

So konnte das Team um Dr. Khorasani von der Mazandaran University of Medical Sciences herausfinden, dass Aloe-Gel sogar besser als Silbersulfadiazin wirkt. Dieses wiederum führt zu unerwünschten Nebenwirkungen wie bleibende Graufärbung der Haut oder auch einer Verzögerung der Regeneration der Haut. An der Untersuchung nahmen 30 Patienten mit Verbrennungen zweiten Grades teil. Bei jedem Patienten wurde eine Verbrennung mit Silbersulfadiazin, eine andere mit einem reinen Aloe-Vera-Puder behandelt. Die mit Aloe-Vera-Puder therapierten Brandwunden heilten dabei etwa drei Tage schneller ab, als die mit Silbersulfadiazin behandelten Bereiche.

Aloe Vera – Bessere Wundheilung nach operativen Eingriffen

Eine ebenfalls an der Mazandaran University of Medical Sciences von Dr. Eshghi und seinem Team durchgeführte Untersuchung mit 49 Patienten, die sich einer Hämorrhoiden-Operation unterzogen hatten, stellte heraus, dass der Wundschmerz bei den mit Aloe-Creme behandelten Patienten bereits nach zwei Tagen deutlich geringer war, während die Schmerzen der Placebo-Gruppe länger anhielten. Sogar nach einem Zeitraum von zwei Wochen konnte festgestellt werden, dass die Patienten, die mit Aloe Vera behandelt wurden, deutlich weniger Schmerzmittel benötigten und auch die Wunden wesentlich besser abgeheilt waren.

Aloe Vera – Linderung von Hautreaktionen nach Bestrahlung

Die bei Krebs übliche Strahlentherapie sorgt oft für starke Hautirritationen, schlimmstenfalls sogar für offene Wunden. Nicht nur der Therapieerfolg, sondern auch die Lebensqualität der Patienten wird dadurch deutlich beeinträchtigt.

Im Indian Journal of Palliative Care wurde eine Studie veröffentlicht, nach der Aloe-Gel auf strahlenbedingte Veränderungen der Haut eine positive Wirkung hat. Die Untersuchungen dazu erfolgten an 57 Patienten mit Kopf- und Halstumoren. Die Testgruppe wurde dabei täglich mit Aloe-Gel behandelt, die Kontrollgruppe erhielt eine Standardbehandlung.

Im Rahmen der Untersuchung stellte sich heraus, dass die Patienten, die mit Aloe-Gel behandelt wurden, erste Hautirritationen später und in einem geringeren Ausmaß zeigten. Auch die Schmerzen während der Bestrahlung fielen geringer aus.

Aloe Vera – Erfolgreiche Behandlung von Schuppenflechte

Anlässlich des Welt-Psoriasistages im Jahr 2013 teilte der Deutsche Psoriasis Bund mit, dass bereits ein Viertel aller Schuppenflechte-Patienten den gang zu Schulmedizinern aufgrund schlechtem Verständnis und schlechter Behandlung meiden. Verschrieben werden durch die Schuldmedizin oft Kortikoide, welche aber meist keine Wirkung zeigen oder mit schweren Nebenwirkungen behaftet sind.

Auch deshalb befassen sich immer mehr Studien mit der positiven Wirkung der Aloe Vera auf Schuppenflechte. Ein Forscherteam der Malmö University Hospital in Schweden konnte in einer Untersuchung mit 60 Patienten im Alter zwischen 18 und 50 Jahren mit mittelschwer ausgeprägter Schuppenflechte herausfinden, dass die Beschwerden bei den Patienten in der Aloe-Gruppe über einen Zeitraum von 16 Wochen die deutlich weniger wurden. Nach einem Folgebeobachtungszeitraum von einem Jahr konnte bei 25 der 30 Patienten, die mit Aloe Vera behandelt wurden, ein deutliches Abklingen der Psoriasis festgestellt werden.

Fazit: Aloe Vera kein Wundermittel, aber dennoch hilfreich

Auch wenn die Wirkung der Aloe Vera auf diverse Beschwerden bislang noch nicht eindeutig nachgewiesen ist, kann sie aufgrund ihrer hochwertigen Inhaltsstoffe bei unterschiedlichen Beschwerden für Linderung sorgen. Noch sind nicht alle Wirkweisen der Aloe Vera wissenschaftlich aufgedeckt, dennoch wird sie gerade in der Naturheilkunde bei der Behandlung von verschiedensten Erkrankungen zum Teil recht erfolgreich eingesetzt.